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Graphematische Variation im mehrsprachigen Verschriftungskontext: Nordische Pilgernamen im Reichenauer Verbrüderungsbuch

Conference contribution
Authors Michelle Waldispühl
Published in Annual conference of the CEES and 61st Kreutzwald Days conference "Variation in language, literature, folklore, and music" December 7–8, 2017, at the University of Tartu and the Estonian Literary Museum, Tartu, Estonia.
ISBN 978-9949-586-51-6
ISSN 2585-6871
Publication year 2017
Published at Department of Languages and Literatures
Language de
Links https://www.folklore.ee/CEES/2017/p...
Subject categories Specific Languages, General Language Studies and Linguistics

Abstract

Dieser Beitrag widmet sich graphematischer Variation in mittelalterlicher “Spontanschreibsprache“, die im mehrsprachigen Umfeld verschriftet wurde. Das untersuchte Material besteht aus skandinavischen Pilgernamen, die von lokalen, deutschsprachigen Mönchen im 11./12. Jahrhundert ins Reichenauer Verbrüderungsbuch eingetragen wurden. Ein Grossteil der Namen zeigt phono-graphematische, einzelne auch morphologische und lexikalische Integration ins Deutsche, weshalb in diesen Fällen von einer primären Verschriftungssituation im mündlichen Sprachkontakt auszugehen ist: Die Pilger nannten ihre Namen, die Mönche schrieben sie nach Gehör mit den Möglichkeiten ihres schreibsprachlichen Inventars nieder. In einem systematischen graphematischen Vergleich der Reichenauer Kontaktschreibungen mit den zeitgenössischen skandinavischen Schreibungen derselben Anthroponyme fallen über das gesamte Korpus gesehen die idiosynkratischen Schreibweisen auf. Für den Männernamen Þorketil beispielsweise gibt es insgesamt 11 Variantenschreibungen, verteilt auf 12 Schreiber. Betrachtet man allerdings die Graphemsysteme schreiberintern, lässt sich ein hoher Grad an Systematik feststellen – interessanterweise auch bei der Verschriftung skandinavischer Phoneme, die für die deutschsprachi- gen Schreiber systemfremd waren (z.B. Isländisch /θ/ <þ>). Diese Resultate bestätigen zum einen die in bisherigen historisch-graphematischen Studien mehrfach festgestellte schreiberbasierte Variation (Meissburger 1965; Elmentaler 2003; Seiler 2014) und deuten zum anderen auf eine hohe phonologische Bewusstheit seitens der Reichenauer Schreiber (Waldispühl, im Druck). Literatur Elmentaler, M. 2003. Struktur und Wandel vormoderner Schreibsprachen. Berlin: de Gruyter. Meissburger, G. 1965. Urkunde und Mundart. In W. Besch & W. Kleiber & F. Maurer & G. Meissburger & H. Singer (eds.) Vorarbeiten und Studien zur Vertiefung der südwestdeutschen Sprachgeschichte. Freiburg: Eberhard Albert Verlag, pp. 47–103. Seiler, A. 2014. The scripting of the Germanic languages. A comparative study of “spelling dif culties” in Old English, Old High German and Old Saxon. Zürich: Chronos. Waldispühl, M. (im Druck). Flerspråkiga pilgrimer? En kontaktonomastisk pilot- studie av de nordiska namnen från Reichenau. In T. Schmidt & I. Særheim (eds.) Namn som kjelder.

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