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Nachfeld im Kontakt. Konstituenten- und Informationsstruktur im gesprochenen Deutsch unter besonderer Berücksichtigung einer deutschen Varietät in Sibirien

Conference contribution
Authors Christiane Andersen
Published in Das ‘Nachfeld’ im Deutschen zwischen Syntax, Informationsstruktur und Textkonstitution: Stand der Forschung und Perspektiven. Colloque international, Université Paris-Sorbonne, 30 et 31 janvier 2014
Publication year 2014
Published at Department of Languages and Literatures
Language de
Links www.helenevinckelroisin.fr/media/pa...
Keywords syntax, language contact, German, Russian
Subject categories Languages and Literature

Abstract

Es ist bereits länger bekannt, dass das Nachfeld viel öfter besetzt ist, als in den Grammatiken behauptet wird. In der vorzustellenden Untersuchung soll daher die Hypothese gefestigt werden, dass nicht-satzwertige Nachfeldkonstituenten in der gesprochenen Sprache häufig konstitutiv sind. Anhand von durchweg natürlich vorkommenden Nachfeldkonstituenten aus zwei deutschen Dialogkorpora wird der Frage nachgegangen, inwieweit Extrapositionen nach der rechten Verbklammer im Deutschen grammatisch und/oder diskursfunktional als konstitutiv bezeichnet werden können. Solche Befunde wie /manschmal wenn isch jetzt an mein schrank geh morgens/ werden mit nicht-satzwertigen Nachfeldkonstituenten aus dem Korpus einer gesprochenen deutschen Varietät im Sprachkontakt mit dem Russischen systematisch verglichen. Für diese gesprochene Varietät des Deutschen konnte bisher gezeigt werden, dass sich durch die zwei Jahrhunderte anhaltende Isolation von der standarddeutschen Schriftsprache eine Variationsbreite in der Wortfolge herausgebildet hat, die in der gesprochenen Umgangssprache (im deutschen Sprachraum) mit diesem Spektrum von Konstituenten- und Informationsstruktur nicht vorhanden ist. Anhand von Konstruktionen wie /nu, sin mir fohre in kaspesche meer/ soll gezeigt werden, dass Nachfeldkonstituenten im Zusammenhang mit anderen Wortfolgephänomenen betrachtet werden müssen. Beispielsweise generieren offensichtlich V1-Positionen in narrativen Satztypen in der sibirischen Varietät häufig nicht-satzwertige Nachfeldkonstituenten mit diskursfunktionalen Besonderheiten. (Narrative Satztypen mit V1-Position sind hingegen in der gesprochenen deutschen Umgangssprache eher archaisch .) (1) In der vorzustellenden Untersuchung wird dahingehend argumentiert, das Nachfelder in der gesprochenen Sprache nachweisbar nicht nur regelmäßig besetzt, sondern auch weniger flexibel sind, was ihre Verschiebbarkeit ins Mittel- oder Vorfeld betrifft. (2) Weiterhin soll eine Verbindung zwischen nicht-satzwertiger Nachfeldbesetzung und Variation bei strukturellen Satztypen (VSO, SVO, SOV) hergestellt werden. Es hat sich gezeigt, dass in der sibiriendeutschen Varietät ein breiteres Spektrum von strukturellen Satztypen mit typischen Nachfeldern gebildet wird. (3) Aus sprachtypologischer Perspektive wird anhand der Korpusbelege geschlussfolgert, dass das Deutsche auch in Kontaktvarietäten zwar ein typischer Vertreter der germanischen Sprachen bleibt, dass aber die Annahme einer Verbletztstellung (SOV) in eingebetteten Sätzen relativiert werden kann. Vgl. Dalmas, Martine (2009), Richtiges Deutsch – richtig deutsch? Normativität in französischer und deutscher Grammatik. In: Konopka, Marek; Strecker, Bruno (Hrsg.), Deutsche Grammatik – Regeln, Normen, Sprachgebrauch. Institut für Deutsche Sprache, Jahrbuch 2008. Berlin etc.: Walter de Gruyter, 355-378. Entnommen: Elizitierten Konfliktgespräche zwischen Müttern und jugendlichen Töchtern. In: Archiv für Gesprochenes Deutsch: http://www.ids-mannheim.de/ksgd/agd/ In Sibirien (Russland) gibt es noch ca. 500 000 Russlanddeutsche, d.h. Nachfahren der seit 1763 eingewanderten Deutschen insbesondere ins Wolgagebiet. Die meisten der ethnischen Deutschen sind inzwischen nach Deutschland ausgewandert. Die Anzahl der aktiven Sprecher wird in einigen Regionen als abnehmend und in anderen Regionen Russlands als stagnierend eingeschätzt. Zur Variationsbreite in gesprochenen Varietäten ohne Bezug zum schriftlichen Standard vgl. Dufter, Fleischer, Seiler (2009), Introduction. In: Dufter, Andreas; Fleischer, Jürg; Seiler, Guido (Hrgs.), Describing and Modeling Variation in Grammar. Berlin etc.: Walter de Gruyter, 1-20. Entnommen: Korplabb Sibirientyska. In: Språkbanken, University of Gothenburg: http://spraakbanken.gu.se/korplabb/?mode=siberian_german#hpp=25&sort= Vgl. Roelcke, Thorsten (2011): Typologische Variation im Deutschen. Berlin: Erich Schmidt Verlag. Vgl. Andersen, Christiane (2012), Wortfolge im gesprochenen Deutsch. Markiertheit vs. Unmarkiertheit als Kriterien der Nachfeldbesetzung aus kontrastiver Perspektive. In: Zielsprache Deutsch. 1/2012. S.35-58. Vgl. Andersen, Christiane (2012), Syntax in Contact. Word Order in a Variety of German Spoken in East Siberia. In: Journal of Language Contact. (unter Peer review). In generativen Ansätzen wird das Deutsche als SOV-Sprache etabliert, u.a. bei König, Ekkehard; Gast, Volker (2009), Understanding English-German Contrasts. Berlin: Erich Schmidt. 159ff.

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